Auch in der Pfarre Mieders haben wir den Beginn der Fastenzeit sichtbar kulinarisch, sozial und liturgisch begangen.

In der Volksschule mit einem Versöhnungsgottesdienst: Was will in dieser besonderen Zeit in mir wachsen? Woran darf ich arbeiten?

Um die Mittagszeit, als der katholische Familienverband die Fastensuppe im Gemeindesaal zugunsten der Aktion Familienfasttag www.teilen.at gekocht und ausgeteilt hat.

In unserer Pfarrkirche, wo wir schlicht und bewusst am Abend den Bußgottesdienst mit Aschenkreuzauflegung gefeiert haben.

Mit der Aktion Warenkorb, wo wir in der Fastenzeit um Lebensmittelspenden für den Sozialmarkt www.tiso.at bitten.

 

Fasten your seatbelt - schnall dich an: Jetzt hat eine besondere Zeit begonnen. Möge es Dir zur Zeit der Gnade werden.

Seelsorgeraumkurator Michael Brugger

 

PREDIGTGEDANKEN VON SANDRA SPRENG AM ASCHERMITTWOCH 2020 IN MIEDERS 

Liebe Mitchristen!

2 Gedanken möchte ich heute am Aschermittwoch mit euch teilen. Dabei geht es 1. um die „neue“ Zeit, in die wir gehen, die heute beginnt und uns 40 Tage begleitet – und dann geht es 2. darum was wir mit dieser Zeit/in dieser Zeit konkret machen können. 

Aber zuerst zu dem Wendepunkt an dem wir heute – und zwischendurch auch in unsere Leben stehen. Der Wechsel zwischen dem: Sich-gehen-lassen und In-sich-gehen. Bis gestern war noch die Faschingszeit und wir haben uns gehen lassen, wir waren ausgelassen albern, haben uns verkleidet und haben gelacht und getanzt. Wir haben losgelassen uns treiben lassen – ohne viel zu denken. Und diese Zeiten sind so wichtig und gut. Auch generell im Leben gibt es solche Phasen, in denen es dahin geht. Es läuft einfach, die Dinge gehen uns leicht von der Hand – ohne, dass man viel nachdenkt. Man hat einen Flow. Und es gibt auch die Phasen, die zu stressig sind zum Nachdenken, weil man einfach muss, weil Hilfe gebraucht wird und man mit anpackt, dann bleibt auch nicht viel Zeit zum Nachdenken. Aber die Zeiten ändern sich und es ist wichtig im Leben diesen Zeitpunkt nicht zu verpassen - Heute am Ascher-mittwoch ist einer dieser Punkte: Da ist Schluss mit sich gehen lassen! Es ist Zeit wieder In-sich-zu-gehen!!

„Asche auf mein Haupt“ heißt eine Redewendung, die sich aus dem Ritual des Aschermittwochs ableitet. Sie steht für: Einen Fehler oder eine Schwäche reumütig gestehen. Gewohnheiten, die sich eingeschlichen haben – in der Zeit des sich-gehen-lassens an sich zu erkennen und diese zu fasten um sie wieder los zu werden. Es ist also die Zeit gekommen wieder aktiv bei sich zu sein, sich mit sich selbst zu beschäftigen – In sich zu gehen. Und dabei sollten wir ehrlich und nicht oberflächlich vorgehen.

„Zerreißt eure Herzen nicht eure Kleider“ (hieß es in der Lesung) Tragt es nicht nach außen, sondern macht das mit euch aus (ist gemeint). Es liegen 40 Tage Fastenzeit von uns, in denen wir als Erwachsene aufgerufen sind, nicht zur Show keine Süßigkeiten zu essen, oder Fleisch zu fasten, weil es gerade „in“ ist – sondern UNSER SELBST wieder zu erkennen. Und dazu müssen wir in-uns-gehen, hineinhören, reflektieren. Um das tun zu können, benötigen wir Ruhe - STILLE.

Jesus ist dazu in die Wüste gegangen. Das werden wohl die wenigsten von uns so machen Aber wir können uns in nächster Zeit ein paar ruhige Minuten am Tag gönnen. Ja und dann??? Wie geht das dann, das insich-
gehen? Ganz praktisch mein ich?

Damit kommen wir zu meinem 2. Gedanken, den ich euch dazu mitgeben will, und zwar eine Hilfestellung für dieses in-sich-gehen, die für mich sehr anschaulich und logisch ist . Diese Weisheit kommt
aus dem Talmud und lautet: 

Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden zu Gefühlen.
Achte auf Deine Gefühle, denn sie werden zu Worten.
Achte auf Deine Worte, denn sie werden zu Handlungen.
Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden zu Gewohnheiten.
Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter.

In-sich-gehen heißt also: ACHTSAMKEIT mir gegenüber. Bewusst zu schauen auf das was man tut – schon halbautomatisch vielleicht. Dann das eigene Reden zu beobachten – wie höre ich mich an? Und
nicht zuletzt neu zu ergründen wie es mir geht, worüber ich mir Gedanken mache. Neben dem Aufruf zu Achtsamkeit finde ich, diese Weisheit liefert einen nachvollziehbaren Zusammenhang, der helfen kann, den
Dingen auf den Grund zu gehen.

Was man denkt und fühlt => sagt man irgendwann => was man sagt, fängt man an zu tun und was man öfter und regelmäßig tut macht einen aus, das beginnt man zu sein. Wie ich das meine: „den Dingen auf den Grund gehen“ mit Hilfe diese Talmund-Verses, möchte ich zum Schluss noch an einem Beispiel erklären: Sagen wir nach achtsamer Reflexion der letzten Monate merkt man: Es ist irgendwie zur schlechten Gewohnheit geworden abends 2-3 Gläser Wein zu trinken.

Jetzt den Alkohol zu fasten – und das vielleicht vor anderen zu Schau zu stellen ist das eine. Aber wirklich weiterhelfen und eine echte langfristige Veränderung und Erneuerung hervorrufen, wird erst ein In-Sich-
Gehen. Sehen wir uns die Gewohnheit an: abends 2-3 Bier/Wein. Aus welchen Handlungen ist diese Gewohnheit entstanden? Um den Kopf frei zu kriegen? Vielleicht sogar, um einschlafen zu können…oder…sagen wir, wir haben uns belohnt, weil´s sonst keiner macht. Wie ist es dazu gekommen, vielleicht weil wir oft Sachen sagen wie: „Danken tut dir das eh keiner“ oder „Ich bin hier der Depp vom Dienst“ Und wenn ich diesen Worten ehrlich auf den Grund gehe und die Gefühle und Gedanken dahinter erforsche, komme ich drauf… – Ja ich weiß natürlich nicht worauf jeder einzelne kommt.

ABER er/sie ist sich damit auf jedem Fall ein Stück nähergekommen. Hat verstanden aus welchen Gedanken und Gefühlen heraus sein Handeln entstanden ist und geht achtsamer damit um. In diesem Sinne wünsche ich uns nach einer hoffentlich genossenen Zeit des sich-gehen-lassens nun eine achtsame Zeit des in-sich-gehen. AMEN 

 

Aktuelles aus den Pfarren im Stubaital

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April 22, 2020

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