Wenn ich Bibel und Politik zusammenbringe, dann

fallen mir verschiedene Bibelstellen ein

 

und ich denke, dass bei Markus steht:

Wenn ein Reich in sich gespalten ist, kann es keinen Bestand haben“ (Mk 3, 24)

und ich frage mich, wie wir in unserem Land

leben wollen

- mit dieser zunehmenden Spaltung

in Arme und Reiche,

in Vertraute und Fremde,

in Beteiligte und Außen-vor-Stehende

 

und ich denke, dass bei Matthäus steht,

dass alle Arbeiter im Weinberg für ihre Arbeit „einen Dinar“ erhielten (Mt 20, 1-16)

ein Betrag, von dem man damals gut einen Tag leben konnte – sogar mit Familie,

und ich sehe Menschen vor mir,

die ergänzend zu ihrer Erwerbsarbeit – 40 Stunden die Woche! –

Sozialleistungen beziehen

 

und ich frage mich, wann in diesem unserem Lande

endlich alle Menschen von ihrer Hände Arbeit werden leben können

 

und ich denke, dass in der Bergpredigt steht

 „und wenn dich einer auf die linke Wange schlägt,

dann halte ihm auch die rechte Wange hin“ (Mt 5, 39)

und meine Erfahrung nach einigen Jahren Mitarbeit

in einem politischen Verband,

in der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung,

der KAB, sagt,

dass wir auch heute verblüffen müssen,

wenn wir Veränderung bewirken wollen.

 

und ich denke daran,

dass Therese Studer die erste Verbandssekretärin der KAB war,

vor über hundert Jahren.

Damals im neu gegründeten Arbeiterinnenverein.

Therese Studer begann jeden ihrer Vorträge mit den Worten

„Ihr Individuen“

 

und ich denke daran,

wie viele erboste Anrufe und Rückmeldungen wir immer wieder bekamen

wegen der Topfdemo zum Internationalen Frauentag:

Wie konnten es Frauen (katholische!) wagen,

freiwillig mit Töpfen auf die Straße zu gehen?

Frauen – und manche Männer – im Einsatz für Gerechtigkeit

 

Ich habe gelernt,

dass wir es genau deshalb tun

und Ähnliches tun werden,

weil wir verblüffen müssen,

weil Leute aufhorchen

und sich neu Gedanken machen müssen.

 

Und ich denke an viele Diskussionen

mit Ehrenamtlichen in unserem Verband

z.B. um Kindergelderhöhung,

die mir sagen:

„Klar, Sabine, wir haben nix davon,

wir mussten auch mit wenig auskommen, manchmal verdammt wenig.

Das war nicht leicht.

Aber wenn unsere Kinder und deren Kinder es heute einfacher haben,

dann finden wir das klasse und daher kämpfen wir auch weiter

für mehr Geld und für mehr Rechte.“

 

Ich bin immer wieder beeindruckt und gerührt,

wie konkret Solidarität sein kann,

und dass sich so viele finden, die sich für bessere Bedingungen einsetzen

 

vertrauend auf das Wort bei Markus

Alles kann, wer glaubt.“ (Mk 9, 23)

 

Sabine Schiedermair, KAB Würzburg, In: Pfarrbriefservice.de

 

Spirituelles

Sort by
Oktober 30, 2019

Digital De-tox

in Spirituelles

by Michael Brugger

Oktober 30, 2019

An-fang

in Spirituelles

by Michael Brugger

Oktober 30, 2019

Ge-lassen

in Spirituelles

by Michael Brugger

Oktober 30, 2019

Acht - sam

in Spirituelles

by Michael Brugger

Juni 06, 2019

Gegen den Strom

in Spirituelles

by Michael Brugger

April 29, 2019

Stichwort EU

in Spirituelles

by Michael Brugger

März 07, 2019

Fasten

in Spirituelles

by Michael Brugger

Januar 08, 2019

Lachen ist gesund

in Spirituelles

by Michael Brugger

Go to top