Mieders hat seit jeher einen engen Bezug zu Maria Waldrast, auch weil die Gnadenmutter während der Klosteraufhebung einige Jahre in der Miederer Pfarrkirche verehrt wurde. So machten wir uns über den Kapellenweg mit seinen 15 Rosenkranzkapellen auf um für die körperlichen, seelischen und auch wirtschaftlichen Opfer der Coronapandemie zu beten und alle bei der Messe auf Maria Waldrast einzuschließen. Danke allen fürs dem Wetter trotzen, Mitgehen und Mitbeten bei strömendem Regen, Nieseln und Sonnenschein. 

Pfarrkurator Michael Brugger

 

Reinhold Stecher pilgerte oft von Innsbruck über den Kapellenweg Mieders nach Maria WaldrastSeit 2 Jahren erinnert nun eine Bronzebüste, geschaffen vom Künstler Hermann Pirkner und aufgerichtet von den Schützen an den beliebten Altbischof. Die haben wir natürlich auch besucht und Gedanken unseres Altbischofs meditiert:  

Die Gestalten von damals tauchen alle im Tirol von heute auf. Sie sind mitten unter uns und wir mitten unter ihnen: Die Verunsicherten und die Verschreckten, die Zweifler und die Empörten, die Sucher und die Hoffenden. 

Und wo bleibt bei uns der Auferstandene, den wir so nötig haben? Wer mit dem Sinn des Glaubens durch die Wirklichkeit geht, fühlt ihn und spürt sein Wirken. Da fällt ein Vorurteil zusammen, eine jahrhundertealte Hassbarriere, und dort blüht eine ermutigende Gemeinschaft auf – und beides geschieht im Wehen seines Geistes. Uns so gibt es leise, verhaltene Ostern heute, hier und jetzt, für jeden, der sich glaubend öffnet.  

Und darum feiern wir ein Fest, nicht nur ein Fest der Erinnerung an einen, der einmal auferstanden ist, sondern an einen, der als Auferstandener durch unsere Reihen geht, der da ist, meist verborgen, aber doch wirksam in der Geschichte und bis hinein in jene geheimnisvolle Schicht unseres Herzens, in der der Mensch vom Ewigen berührt wird. 

Ein österreichischer Staatsmann hat mir einmal in einem Gespräch verraten, dass für ihn der Flug über den Wolken immer eines der eindrucksvollsten Erlebnisse gewesen sei, mit einer besonderen Nähe zur religiösen Empfindung.  

Und ich musste ihm mit meiner bescheidenen Flugerfahrung zustimmen. Von Zeit zu Zeit brauchen wir all den Flug – und das ist wohl der Sinn einer Festfeier.  

Wir brauchen wieder einmal das Durchstoßen der dunklen Wolkenbänke der Traurigkeit, das Schweben über den Nebeln des Zweifels, die freie Sicht über die vergängliche Erde und den faszinierenden Blick in den steigenden Feuerball. Das Fest der Auferstehung – Ostern – ja jeder Sonntag - möchte im grauen Ablauf des Jahres für den suchenden Gläubigen und den noch nicht ganz glauben könnenden Sucher etwas Ähnliches sein: 

Eine Art Einladung zum Aufstieg, so etwas wie ein Ticket für einen Morgenflug über den Wolken, der Sonne entgegen. 

Aktuelles aus den Pfarren im Stubaital

Sort by
Go to top