Die Kalvarien-Bergkapelle zu Mieders 

von Herbert Genser

Betrachtet man das Kalvarienkirchlein von der Miederer Kirche aus, so erfasst den Betrachter der Kapelle ein besonderes Gefühl der inneren Freude. Die Lage des Kirchleins am Tafelbichl scheint ein „heiliger“ Platz zu sein. Das Kirchlein wirkt wie ein Teil des Altares Tirols, der mächtigen Serles. Dieser markante Platz im Zentrum von Mieders hat über die Jahrhunderte hinweg Menschen angezogen, um im Gebet Hilfe zu erbitten und um Danke zu sagen. 

Bewegte Geschichte

So schön und prächtig, wie die Kalvarienberg-Kapelle am Tafelbichl heute thront, so war es nicht immer. Im Laufe seiner 700 jährigen Geschichte hat die Kapelle harte Zeiten durchgemacht. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges rückte das Kirchlein wieder in die Mitte der Gedanken der MiedererInnen.

Auf dem Fundament des  Baues vom 13. Jahrhundert erfolgte 1843 das heutige Bauwerk. Ein Fresko über dem Eingang zeigt diese feierliche Einweihung.

Gestiftet wurde dieses Bild von August Lener, dessen Vater für den Umbau des Kirchleins als „Glockenbettler“ Geld sammelte.

Restaurierungen

Umfangreiche Restaurierungen fanden ab den 1930er Jahren bis heute statt. In den letzten Jahrzehnten übernahm der Schützenhauptmann Anton Seewald und in seiner Nachfolge Johann Schmoller das Kalvarienkirchlein unter „ihr Kommando“.  Die Schützenkameraden leisten gemeinsam mit der Gemeinde und unter Aufsicht des Denkmalamtes wertvolle Arbeit.

Ein ganz besonderer Platz

Der Weg zum Kalvarienkirchlein wird von acht Kreuzwegstationen begleitet. Die ersten sieben symbolisieren die sieben Schmerzen Mariens. Die achte stellt die Kreuzigungsgruppe dar. Sie befindet sich südlich der Kapelle. Alle Kreuzwegstationen wurden unter Hauptmann Johann Schmoller umfangreich und fachmännisch restauriert. Im letzten Jahr wurde auch der Turm der Kapelle renoviert.

Lebendiger Ort

Am Seelensonntag findet jedes Jahr eine von der Kirche ausgehende Gedenk-Prozession auf den Kalvarienberg statt. Musik, Schützen und Gläubige gedenken der gefallenen Miederer Bürger der beiden Weltkriege. Im Mittelpunkt der Gebete steht die Hoffnung auf Frieden in der ganzen Welt. Auch findet einmal im Jahr eine Heilige Messe für die verstorbenen Schützen statt.

1953 wurde die „neue“ Schützenfahne, gewidmet von Paula Gleinser, feierlich in der Kapelle geweiht.

Ein Lebenswerk

Den großen persönlichen Einsatz von Anton Seewald und Johann Schmoller ist zu verdanken, dass dieses Miederer Kleinod, über die Jahre ein Mittelpunkt im Glauben und eine Augenweide für die Besucher ist. Dieses besondere Kirchlein hoch über Mieders wird durch dieses Engagement weiter für Menschen da sein, die in der Stille und Schönheit Besinnung suchen.

Hinweis: Das Büchlein „Kalvarien-Bergkapelle Mieders“ von Johanna Felmayer sei jedem Stubaier ans Herz gelegt.

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