Ostertraditionen weltweit

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Weltweit werden die Heilige Woche und das Osterfest mit Bräuchen begangen, die teilweise auf jahrhundertealte Traditionen zurückgehen. Viele ähneln sich und haben in verschiedenen Varianten ihren festen Platz in der Feier der Passionszeit und des Osterfestes.

Zum Beispiel der Brauch, die Glocken die Kartage hindurch aus Trauer über den Tod Jesu schweigen zu lassen. Einer alten Legende nach „fliegt“ das Glockengeläut in dieser Zeit nach Rom, wird dort vom Papst gesegnet und kehrt mit den Ostereiern im Gepäck wieder zurück. Wenn in der Osternacht die Glocken ertönen, ist es in Frankreich Brauch, einander zu umarmen und zu küssen. Auch das Aneinanderschlagen der Ostereier gehört zu den Traditionen, die in vielen Ländern bekannt sind.

Aber es gibt auch Traditionen, die nur in einigen Ländern oder sogar nur wenigen Regionen gepflegt werden. Am Palmsonntag beispielsweise schlägt man sich in Finnland leicht mit einer Birkenrute auf den Rücken. Die Ruten sollen an die Palmwedel beim Einzug Jesu in Jerusalem erinnern und auch Glück bringen. Am Gründonnerstag ziehen die Mädchen und Jungen in Schweden mit Kopftüchern und langen Röcken von Haus zu Haus und hinterlassen gemalte „Osterbriefe“, für die sie gerne Süßigkeiten als Geschenke entgegennehmen. In Spanien finden am Gründonnerstag zahlreiche Passionsspiele statt. In Verges tanzen an diesem Abend die Männer als Skelette verkleidet und ziehen in einer Prozession durch die Straßen. Im Westen der Schweiz tragen am Karfreitag sogenannte „Klagefrauen“ (Les Pleureuses) Abbildungen oder Nachbildungen der Marterwerkzeuge Christi durch die Straßen. Früher durfte man am Karfreitag im Wallis nur barfuß auf die Straßen gehen, um die ruhende Erde nicht zu stören. In Irland darf nach altem Brauch am Karfreitag kein Tier geschlachtet, kein Holz entzündet und kein Nagel eingeschlagen werden, um der Einmaligkeit des Opfertodes Christi nicht die Würde zu nehmen.

Das Osterfest wird in vielen Ländern üppig gefeiert. In Italien wird eine Ostertorte gebacken, ein salziger Kuchen mit gekochten Eiern und Spinat, oder eine „Ostertaube“, die mehr einem Gugelhupf ähnelt. Um das Ende der Fastenzeit zu versinnbildlichen, vergräbt man in Irland Heringe und trägt damit die Hauptmahlzeit der Fastenzeit zu Grabe. An vielen Orten wird auch Osterbrot gebacken; in Bulgarien dürfen dieses aus Eiern, Zucker und Früchten bestehende Gebäck allerdings nur unverheiratete Mädchen herstellen. In Polen bespritzt man sich am Ostermontag gegenseitig mit Wasser und erinnert damit an die Taufe des Prinzen Mieszko I. im Jahr 966, der den Polen das Christentum brachte.

Einige wenige Beispiele von zahlreichen altehrwürdigen Bräuchen, mit denen allen deutlich wurde, welch besondere Zeit die Heilige Woche ist.

Marc Witzenbacher
aus: Magnificat. Das Stundenbuch, 03/2015, Die Heilige Woche, Verlag Butzon & Bercker, Kevelaer; www.magnificat.de
In: Pfarrbriefservice.de

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